25.11.2010

Was uns bewegt.

Autos, Fahrräder, Flugzeuge oder gar Space-Shuttles: Der heutigen Fortbewegung sind fast keine Grenzen gesetzt und die Grenzen, die es gibt, werden stetig neu gebrochen. Mobilität und die sinnvolle Nutzung von Kräften – ob menschlich oder erzeugt durch Hilfsmittel – steht seit Jahrhunderten im Fokus der Menschheit. 

&-inspire, der heller & partner-Fortbildungsclub, hat sich passend zum Jahresthema rund um die Mobilität mit dieser Entwicklung beschäftigt und die treibenden Kräfte von Beginn ihrer Geschichte angeschaut. 

Am Anfang dieser Entwicklung stand die reine Muskelkraft, sowohl der Menschen, als auch der Tiere. Leistenzüge, Ochsentretscheiben (ca. 1600) oder Tretmaschinen – die benötigte, menschliche Kraft macht den Menschen erfinderisch und trieb die Entwicklung stetig voran. Tiere wurden in überdimensionale Hamsterräder gespannt und auch Sklaven oder Straftäter mussten ihre Muskeln für die Erzeugung von Kraft spielen lassen. 

Über die Jahrhunderte hinweg verstanden die Menschen Wasser und Wind als Energiequelle für ihre Erfindungen zu nutzen. Egal ob Wasserräder, Windräder oder Segelschiffe. Die unerschöpflichen Energieressourcen dienten damals – und noch heute – als sichere Kraftquellen. 

Obwohl die erste Dampfmaschine schon Anfang des 19. Jahrhunderts von James Watt erfunden wurde, folgte der verbreitete Einsatz erst ein Jahrhundert später. Die Erfindung war einfach zu teuer. Das Resultat: Erfinder tüftelten an ersten Motoren für Kleingewerbe. Und so entstand 1860 der erste Verbrennungsmotor, gebaut von E. Lenoir. 

Und das war erst der Anfang: Verbrennungsmaschinen: Nikolaus August Otto erfand den Viertaktmotor (1860), Karl Benz den Zweitakt-Benzinmotor (1879) und 1897 folgte Rudlof Diesel mit seinem Dieselmotor. 

Der Grundstein für die schnelle, einfache und vor allem finanziell tragbare Bewegung – ohne menschliche Muskelkraft – war gelegt. 

Blank poliert warten die Glanzlichter der Automobilgeschichte im Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe auf. Dort ist zum Beispiel der original Benz Patent-Motorwagen aus dem Jahr 1886 zu sehen, das erste funktionstaugliche Automobil mit Benzinmotor. Aber bis zur ersten Probefahrt mit diesem Exemplar war es für die Menschheit ein weiter Weg – mit Rückschlägen aber auch kleinen, stetigen Schritten zum Erfolg. Und das Auto stand erst am Ende einer langen und spannenden Entwicklung. 

Dieser widmet sich die Dauerausstellung in Halle 3 des Verkehrszentrums. Sie dokumentiert den Bewegungsdrang des Menschen, die lustbetonte, temporeiche Seite von Mobilität, aber auch die technischen Werkzeuge, die Menschen sich geschaffen haben, um sich effektiver fortzubewegen. Besonders das 19. und 20. Jahrhundert haben viele Innovationen im Fahrzeugbereich hervorgebracht. Zu diesen Meilensteinen zählt zum Beispiel der Tropfenwagen, ein Automobil aus den 1920er Jahren von Edmund Rumpler, dessen Stromlinienform ihm den Namen verlieh. Unter anderem wegen technischer Probleme stellte sich kein wirklicher kommerzieller Erfolg ein. So wurden in Berlin nur etwa 100 Exemplare des Tropfenwagens gebaut, zwei davon sind erhalten. 

Nicht weniger Aufsehen erregte Anfang der 1920er Jahre das von Rudolf Slaby entworfene kleine, von einem Elektromotor angetriebene Einpersonenauto. Das erste Serienmotorrad der Welt präsentierten Hildebrand & Wolfmüller 1894. 2,5 PS sollten den Start markieren in eine Zeit, in der das Motorrad bis in die 1950er Jahre hinein als Massenverkehrsmittel diente. 

Als Besucher der Ausstellung wirft man zudem einen Blick auf die aktuelle Situation: Wie kommt die Erde mit dem hohen Verkehrsaufkommen zurecht, wie mit zu wenig Parkraum? Welche Folgen haben die vielen Emissionen auf das Klima und was geschieht eigentlich mit dem vielen Autoschrott? Das Verkehrszentrum hat die Antworten darauf. 

Neben Highlights rund um den Stammbaum der Eisenbahn ist auch die Entwicklung des Fahrrads dokumentiert. Das Verkehrszentrum stellt die Anfänge vor: die Laufmaschine (1817) oder das Hochrad (1870). Dass der Mensch schon seit je her Lust an der Bewegung hatte, beweist der Knochenschlittschuh aus dem Jahr 600 n.Chr. Der erste Rollschuh (1760) oder das Kindertretauto aus dem Jahr 1930 führen diese Geschichte fort. 

Wenn man durch die historische Luftfahrthalle schlendert ist man gezwungen den Blick gen Firmament zu richten. Die 1984 neu eröffneten Hallen geben einen tollen Einblick in ein Zeitfenster der zivilen und militärischen Luftfahrt. Wer waren die Pioniere der Luftfahrt und wie erschufen sie flugfähige Körper, mit den es heute möglich ist bis ins All zu gleiten. 1810 bis 1811 konstruiert Albrecht Ludwig Berblinger, der berühmte Schneider von Ulm, seinen ersten flugfähigen Gleiter, führt ihn jedoch der Öffentlichkeit über der Donau unter ungünstigen Verhältnissen vor und stürzt unter dem Spott der Leute in den Fluss. Fast ein Jahrhundert später, gegen 1903 dann, waren es die Gebrüder Wright, die ein Flugzeug erbaut haben, mit dem ein erfolgreicher, andauernder, gesteuerter Motorflug möglich war. 

Während des ersten Weltkriegs erkannte man dann, dass die Luftaufklärung einen hohen Wert in der Kriegsstrategie hat – die ersten Flugplätze und die Technik des Flugfunks wurden entwickelt. Aushängeschild mit einer langen militärischen aber auch zivilen Karriere sind die Fluggeräte von Hugo Junkers. Neben den militärischen Einsätzen wurde die Junkers JU Anfang des 20 Jahrhunderts zum Symbol der modernen zivilen Luftfahrt. 

1945 war es die Messerschmidt ME 262, welche (zwar versehentlich) als erstes Flugzeug die Schallmauer durchbrochen hat. Ein paar Jahre später begann die große Zeit der Liniendienste. Die De Havilland, Tupolew, aber auch Boing Modelle kommen auf den Markt. Das Zeitalter des Großraumpassagierflugzeugs hat begonnen und ist bis heute eins der faszinierendsten Bereiche der gesamten Luftfahrt. 

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Gibt es überhaupt Grenzen? Diese Fragen faszinieren uns und spätestens, wenn man sich auf einer Grenzhöhe von 100 Kilometern über der Erde befindet hat man den Ursprung erreicht – den Orbit. Am 3. Oktober 1942 war es die A4-Rakete welche als erstes von Menschen konstruierte Objekt die Grenze zum Weltraum durchstoßen hat. 1959 schlägt die Lunik 2 auf der Mondoberfläche auf und zehn Jahr später ist es Neil Armstrong der als erster Mensch aus Apollo 11 steigt und den Mond betritt. Die Entwicklung in der Raumfahrt ist im vollen Gange. Wann wird es möglich sein im Weltraum zu leben. Was bedeutet das für uns auf der Erde und ist das All überhaupt unendlich? Die Gegenwart lässt diese Fragen offen. Die Zukunft wird sie beantworten. 

  • nach oben
  • Diese Seite per E-Mail versenden
  • Diese Seite auf Facebook teilen
  • Diese Seite twittern

URL per E-Mail versenden
Alle mit * gekennzeichneten Felder müssen korrekt ausgefüllt sein.
Melden Sie sich für unseren Newsletter an:
Anrede: *
Alle mit * gekennzeichneten Felder müssen korrekt ausgefüllt sein.