02.04.2015

Bayern 2025- Alte Stärke, neuer Mut

Bayern ist Spitze – aber bleibt das auch in Zukunft so? Diese Frage hat sich die Unternehmensberatung McKinsey & Company gestellt und eine ausführliche Analyse entwickelt. Quintessenz des Berichts ist: Bayern ist eine wirtschaftlich stark aufgestellte Region. Allerdings ist bereits jetzt sichtbar, dass der Freistaat in Bezug auf bestimmte wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunftsfelder lediglich Mittelmaß ist.

Anstatt der Analyse volkswirtschaftlicher Indikatoren wurden Aspekte wie unter anderem Start-up-Quote, Internetzugang und Ressourcenproduktivität gemessen. In vielen dieser Bereiche befindet sich Bayern im bundesdeutschen und internationalen Vergleich im Mittelfeld. Insgesamt identifiziert McKinsey sieben globale Strukturbrüche, welche die Zukunft von Bayern und dessen Entwicklung maßgeblich beeinflussen werden:

  • Ende der Arbeit wie wir sie kennen
  • Die volatile Welt
  • Endliche Ressourcen
  • Disruptive Technologien
  • Tod der Skalen
  • Entgrenzte Welt
  • Renaissance des Staates

Ein Grundelement für den erfolgreichen Wandel von Bayern ist die „effektive Teilhabe“. Denn bei schneller kommenden Veränderungen sinkt derzeit gleichzeitig die Veränderungsbereitschaft bei den Bürgern. An den beiden Vorhaben dritte Startbahn am Flughafen München und Olympia hat sich diese Nicht-Bereitschaft deutlich artikuliert.

Als wichtiges Handlungsfeld muss deshalb auch die Teilnahme des Bürgers an den politischen Entscheidungen erneuert werden. Laut dem McKinsey-Report gibt es eine fünfmal höhere Akzeptanz für Entscheidungen, bei denen die Betroffenen aktiv in die Entscheidungsfindung miteingebunden werden. Während die niedrige Wahlbeteiligung zeigt, Wahlen allein vom Bürger nicht mehr als ausreichend betrachtet werden, engagieren sich immer mehr Menschen in Volksbegehren, parteiunabhängigen Initiativen.

Für ein zukunftsfähiges Bayern empfiehlt McKinsey deshalb mehr direkte Demokratie und Kommunikation mit den Bürgern. Als Beispiel wird Estland genannt: hier wird mit einem „digitalen Bürgerportal“ auf mehr Transparenz und digitaler Kompetenz beim Dialog mit den Bürgern gesetzt. Das ermöglicht eine größere Teilhabe an öffentlichen Entscheidungsfindungen.

Jede große Veränderung, jeder Wandel muss von einer sogenannten „Change-Story“ begleitet werden. Dadurch wird die Notwendigkeit der Veränderung den Bürgern besser erklärt. Und es wird die Voraussetzung geschaffen, dass sich die Menschen mit der Veränderung identifizieren. Das Fazit: Bayern benötigt eine Chance-Story. Vor allem für Entscheidungen, die den ganzen Freistaat und seine Bürger betreffen.

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